Der Riesenbovist (Langermannia gigantea) ist im Sommer und Herbst auf Wiesen zu finden und eigentlich nur mit weißen Lederfußbällen zu verwechseln. Wer Glück hat und einen solchen Pilz findet, kann damit vielen Freunden eine Freude bereiten, da er für einen Haushalt viel zu groß ist. Er kann nur frisch verarbeitet werden. Sollte sein inneres Aussehen nicht rein weiß sein, dann ist es zu spät und er ist leider nicht mehr genießbar. Der Pilz eignet sich aus meiner Erfahrung weder zum Trocknen, Einfrieren oder sonst irgendwie zur Konservierung. Bei der Verarbeitung ist die schwammige Konsistenz ein Problem. Dafür gibt es aber einen Trick.

 Aber zuerst mal die Zutaten:

1 Stück Riesenbovist
2 lb Kartoffeln
1 Tasse Semmelbrösel, oder selbst geriebenen Brotbrösel
2 Eier
2-3 EL Butterschmalz
Etwas Essig und Öl
1 Gurke
Gartenkräuter nach Geschmack und Zugriff
Guten süßen Senf 
Etwas Brühe
Meersalz

Zubereitung:

Zuerst sie Kartoffeln kochen. Gurken hobeln und mit Meersalz bestreuen, Bovist in dicke Scheiben schneiden.

Dann in einer beschichteten Pfanne, die ganz leicht mit neutralem Öl ausgepinselt wurde, bei mittler Hitze die Bovist-Scheiben „vorbraten“. Dabei verlieren sie sichtlich an Höhe und (das ist der Trick) die Konsistenz wird fester und schmackhafter:

Bis alle Scheiben so behandelt wurden sollten die Kartoffeln eigentlich fertig gekocht sein. Nun ist es Zeit für den bayerischen Kartoffelsalat: Die Kartoffeln heiß schälen und in Scheiben schneiden. Die Gurkenscheiben gut auspressen (mit der Hand) und mit den Kartoffeln und Kräutern (ein 1 EL geschnittene Kräuter beiseite geben) und mit etwas heißer Brühe übergießen, mit Essig und Öl abschmecken. Aber aufpassen mit dem Salzen, da die Gurken schon das Salz quasi mitbringen.

Nun ist es Zeit für die Panade

Eier mit den restlichen Kräutern verquirrlen. Semmelbrösel herrichten und die vorgebratenen Bovistscheiben in der Eimasse und dann in Semmelbrösel wenden

und in Butterschmalz goldgelb ausbraten (So wie ein Wiener Schnitzel). Alles mit gutem süßen Senf anrichten:

Fazit:
Da ich aus Kindheitstagen ein ähnliches leckeres Rezept kenne (allerdings nicht mit Bovist als Grundlage sondern mit einer Milzwurst) hat das Rezept schon einen wahnsinnigen Bonus und wenn der Senf dann noch selbst gemacht wurde – nach einem alten Familienrezept- schwelge ich in Kindheitserinnerungen und der Kartoffelsalat gehört dann da einfach auch dazu.

 

 

 

 

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